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Reden zur Eröffnung der Renato-Mordo-Ausstellung auf Korfu online

Die Landeszentrale veröffentlicht die eigens für die Eröffnung der Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich. Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ auf Korfu verfassten Reden. Zu finden ist das Dokument auf LpB-eigenen Website über Leben und Wirken Renato Mordos: https://renato-mordo-stationen.de/mediathek/

Da die für den 11. Oktober 2023 vorgesehene Ausstellungseröffnung nicht wie geplant stattfinden konnte, haben sich die Kooperationspartner entschieden, die bereits für die Eröffnung verfassten Reden zu veröffentlichen. Die Landeszentrale für politische Bildung bedankt sich bei all ihren Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie bei den Studierenden der Ionischen Akademie Korfu, welche die Reden der griechischen Kooperationspartnerinnen und -partner ins Englische übersetzten:

Landtag Rheinland-Pfalz, Cultural Triangle of Prespa, Llux Agentur&Verlag, Alpha Bank, Ionische Akademie Korfu, Albert Cohen Association Corfu


Renato-Mordo-Ausstellung in Speyer

Zum sechsten Mal wurde die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ am 2. November im Gymnasium am Kaiserdom in Speyer in Deutschland eröffnet.

Noch bis zum 24.November 2023 kann die Ausstellung zu den folgenden Öffnungszeiten auf drei Ebenen des Foyers des Schulgebäudes besichtigt werden:

Am 11. und 18. November wird es jeweils von 14 bis 16 Uhr Führungen durch die Ausstellung geben.

Das Veranstaltungsplakat finden Sie hier zum Download.

Eröffnet wurde die Ausstellung von OStD Cosette Neuner (Gymnasium am Kaiserdom) und Kathrin Künstler (Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz). Torsten Israel, Kurator der Ausstellung, führte in die Ausstellung ein. Begleitet wurde die Eröffnung durch das Kaiserdomquartett, bestehend aus Schülerinnen und Schülern, welche „Mein kleiner grüner Kaktus“ von Bert Reisfeld und Rolf Marbot spielten. Zudem sangen sechs Schülerinnen sowohl „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy als auch „Abendlied“ von Josef Gabriel Rheinberger. Die GaKtiv-AG der Schule, unter Leitung von Kerstin Gerber bot eine Szenische Lesung der „Friedhof“-Szene aus Mordos Theaterstück „Chaidari“ dar.


Ausstellung zu Renato Mordo wird zum fünften Mal in Griechenland gezeigt

Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, das Cultural Triangle of Prespa, das Banknotenmuseum der Ionischen Bank – Alpha Bank, die Ionische Akademie und der Verein Albert Cohen präsentieren gemeinsam noch bis zum 9. Dezember 2023 die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ in den Räumlichkeiten des Banknotenmuseums und der Akademie.

Seit dem 12. Oktober kann die Ausstellung im zweiten Geschoss des Banknotenmuseums der Ionischen Bank – Alpha Bank im Stadtzentrum von Korfu besichtigt werden. Parallel ist die zur Ausstellung gehörende Leseinsel, an der Besucherinnen und Besucher in den Werken Mordos stöbern können, im Foyer der Ionischen Akademie auf Korfu zugänglich.
Renato Mordo selbst hatte eine ganz besondere Beziehung zur Insel Korfu, da sein Vater hier geboren wurde und von der Insel aus seiner Tätigkeit als Kaufmann nachging. In der einzig erhaltenen Synagoge der Insel im Stadtzentrum findet sich auch der Name Mordo auf einer Gedenktafel für die Opfer der Shoah auf Korfu. Im Juni 1944 wurden ca. 2.000 korfiotische Jüdinnen und Juden von der Insel in die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald deportiert. 1.400 von ihnen wurden direkt nach der Ankunft ermordet, nur 446 Männer und 175 Frauen wurden in das Häftlingslager eingewiesen. Die wenigen Überlebenden der Shoah aus Korfu wanderten nach Kriegsende mehrheitlich in andere Länder aus, nur sehr wenige kehrten nach Korfu zurück. Heute umfasst die Gemeinde nur noch etwa 60 Mitglieder.

Öffnungszeiten:
Ionische Akademie: Mo – Fr 8:30 Uhr bis 20 Uhr
Banknotenmuseum: Di – Sa 8 Uhr bis 15 Uhr


Vierte Eröffnung der Ausstellung zu Renato Mordo in Griechenland

Das Kulturzentrum Ioannina, das Cultural Triangle of Prespa und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz präsentieren gemeinsam noch bis zum 28. April 2023 die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ in den Räumlichkeiten des Kulturzentrums.

Eröffnet wurde die Ausstellung im Namen von Dimitris Papageorgiou, dem Bürgermeister der Stadt Ioannina, der aufgrund eines anderen Termins leider nicht anwesend sein konnte durch die Vizebürgermeisterin für Kultur und Präsidentin des Kulturzentrums, Eleni Akonidou. Gemeinsam mit Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und Gabriela Scheiner, Leiterin des Cultural Triangle of Prespa hielt sie Grußworte. Auch der ehemalige Projektverantwortliche, der Historiker Uwe Bader (bis Ende 2022 Referatsleiter bei der Landeszentrale) hielt eine kurze Rede. Unter den Gästen waren auch Vertreter von Gemeindeorganisationen sowie Sozialer Schutz – Solidarität & Vorschulerziehung, der Wasserbehörde von Ioannina und Stadträte, Mitglieder des Verwaltungsrats des Kulturzentrums sowie der stellvertretende Direktor des städtischen Konservatoriums von Ioannina.

Eröffnet wurde die Ausstellung auch im Beisein von Kerstin Lohr, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland Igoumenitsa.
Im Anschluss führte Kurator Torsten Israel (Mannheim und Athen) durch die Ausstellung. Auch die verantwortliche Grafikerin Marita Hoffmann (Llux Agentur & Verlag) stand für Fragen zur Verfügung.

Der erst kürzlich verstorbene ehemalige Bürgermeister Moisis Elisaf, erster jüdischer Bürgermeister Griechenlands und dessen außergewöhnliches und bewegendes Leben wurden in diversen Reden gewürdigt.


Eröffnung der Ausstellung zu Renato Mordo in der Bundeshauptstadt

Die Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, der Landtag Rheinland-Pfalz und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz eröffneten am 1. März 2023 gemeinsam die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ im Foyer der Landesvertretung in Berlin.

Eröffnet wurde die Ausstellung seitens der Landesvertretung von Monika Fuhr, Beauftragte der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen, in Vertretung von Staatssekretärin Heike Raab. Für den Landtag schickte der Landtagspräsident Henrik Hering ein speziell aufgenommenes Video-Grußwort. Die stellvertretende Direktorin der LpB, Dr. Sarah Scholl-Schneider, ging in ihrem Grußwort auch auf den historischen Standort des Gebäudes, direkt gegenüber dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas, ihre persönliche Beziehung zu der Ausstellung und die immer noch große Relevanz vielfältiger und moderner Erinnerungskultur ein, zu der die Ausstellung über das Leben des Theater- und Opernregisseurs einen Beitrag leisten will. Kurator Torsten Israel (Mannheim und Athen) führte im Anschluss die interessierten Besucherinnen und Besucher in die Ausstellung ein. Die Eröffnung wurde von den drei Veranstaltenden in Kooperation mit Llux Agentur & Verlag aus Ludwigshafen durchgeführt.

Zu sehen ist bei dieser Station der Ausstellung, mit freundlicher Genehmigung des Landtags Rheinland-Pfalz, auch wieder eine Büste von Renato Mordo, angefertigt von seinem Enkel Michael Mordo.
Die Ausstellung ist noch bis 17. März im Foyer der Landesvertretung zu sehen. Das Foyer ist werktags von 10 bis 18 Uhr zugänglich. Zwischen dem 6. März und dem 10. März ist die Ausstellung temporär geschlossen.


Renato-Mordo-Ausstellung in Thessaloniki

Nach der erfolgreichen Eröffnung der Ausstellung im vergangenen Jahr in der Deutschen Schule Athen, wird „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ nun zum dritten Mal in Griechenland gezeigt.

Die Ausstellung wurde mit internationalen Gästen in Thessaloniki im Goethe Institut und im Thessaloniki Konzerthaus M2 eröffnet. Zu sehen sein wird sie bis 19. Februar im Thessaloniki Konzerthaus sowie im Goethe Institut der Stadt Thessaloniki. Der Eintritt ist frei, die genauen Öffnungszeiten können der Webseite des Thessaloniki Konzerthauses entnommen werden.

Eröffnet wurde die Ausstellung von der Präsidentin des Thessaloniki Konzerthauses, Eugenia Alexandropoulou-Egyptiadou; Beate Köhler, Leiterin des Goethe-Instituts; Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale und Gabriela Scheiner, Leiterin des Cultural Triangle of Prespa. Christos Galilaias, künstlerischer Leiter des Thessaloniki Konzerthauses; Sybilla Bendig, Generalkonsulin von Deutschland; Voula Patoulidou, Vizegouverneurin der Region Zentralmakedonien; Nikos Zeimpekis, Vizebürgermeister für Sport, Jugend und Ehrenamtliche Tätigkeit der Stadt Thessaloniki; Lazaros Sefiha, Vizepräsident des Gemeinderats der Israelitischen Gemeinde Thessaloniki und Yannis Boutaris, Vizepräsident des Holocaust-Museums sprachen Grußworte. Torsten Israel, Kurator der Ausstellung, führte in die Ausstellung ein und lud anschließend zu einen Rundgang.


Renato-Mordo-Ausstellung auf Kreta

Am 19. November 2022 wurde die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ in ihrer deutsch-griechischen Fassung zum zweiten Mal überhaupt in Griechenland eröffnet. Die Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, entstanden in Kooperation mit dem Landtag Rheinland-Pfalz und in Zusammenarbeit mit Kurator Torsten Israel (Mannheim und Athen) und der Grafikerin Marita Hoffmann von Llux Agentur & Verlag (Ludwigshafen) wurde bis zum 15. Januar 2023 in der orthodoxen Akademie in Kolympari auf Kreta gezeigt.

Die Ausstellung im Foyer der Akademie wurde durch den Generaldirektor und Leiter der Akademie, Konstantinos Zormpas, im Namen des Metropoliten von Kissamos und Selinon Amfilochios, Präsident der OAK, zusammen mit Bernhard Kukatzki, Direktor der LpB eröffnet.
Der Bürgermeister von Platanias, Ioannis Malandrakis und Anja Zückmantel, Leiterin der Synagoge in Chania, sprachen Grußworte. Torsten Israel, Kurator der Ausstellung, führte in die Ausstellung ein und führte zusammen mit Ausstellungsgestalterin Marita Hoffmann den ersten Rundgang durch.

Schirmherr der Ausstellung ist der rheinland-pfälzische Landtagpräsident, welcher die Ausstellung im Herbst 2020 in der Gedenkstätte KZ Osthofen und im Herbst 2021 in Athen gemeinsam mit der Landeszentrale eröffnete.


Hessisches Staatsarchiv Darmstadt zeigt Renato-Mordo-Ausstellung – Eröffnung am 4. April 2022

Am Abend des 4. April 2022 werden Prof. Dr. Andreas Hedwig, Präsident des Hessischen Landesarchivs, Karin Müller, Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, Hendrik Hering, Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz und Schirmherr der Ausstellung, Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und Felix Münch von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich. Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ im Haus der Geschichte in Darmstadt eröffnen. Näheres dazu s. unter Veranstaltungen.

Die Ausstellung ist dort bis 15. Juli montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Zusätzlich wird ein Begleitprogramm mit 5 Abendveranstaltungen vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung angeboten.

Unterlagen zu Renato Mordo gesichtet

Dank freundlicher Unterstützung durch das Bürgeramt und das Stadtarchiv Mainz konnte Uwe Bader, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, im März 2022 Unterlagen einer Einbürgerungsakte von Renato Mordo einsehen. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass Oberregisseur Renato Mordo auf seinen Antrag hin am 4. April 1932 in Darmstadt eingebürgert wurde und somit von da an die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Im Zuge der NS-Rassegesetzgebung wurde durch Verfügung des hessischen Staatsministeriums vom 13.2.1934 die Einbürgerung Renato Mordos und seines Sohnes Peter widerrufen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Familie Mordo bereits im Exil in Prag. Da mit Renato Mordos Einbürgerung 1932 keine Entlassung aus der griechischen Staatsbürgerschaft verbunden war, verfügte er weiterhin (bis zu seinem Lebensende) über die griechische Staatsbürgerschaft. Diese war für ihn sehr wichtig 1939, weil er als griechischer Staatsbürger das von den Deutschen schon besetzte Prag gerade noch in Richtung Athen verlassen konnte.


Renato-Mordo-Ausstellung in der Deutschen Schule in Athen

Erstmals im Ausland: Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zu Renato Mordo in Deutscher Schule Athen eröffnet

Am 5. November eröffneten Landtagspräsident Hendrik Hering, Schirmherr der Ausstellung, Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz und Direktor Bernhard Kukatzki seitens der Landeszentrale für politische Bildung die Ausstellung Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme zusammen mit dem Vizeminister für Kultur und Sport der Hellenischen Republik Nikolas Yatromanolakis und Schulleiterin Annedore Dierker in der Deutschen Schule in Athen. Die von Kurator Torsten Israel zusammen mit Uwe Bader von der Landeszentrale und Marita Hoffmann vom LLUX-Verlag Ludwigshafen entwickelte Ausstellungsversion in griechischer und deutscher Sprache hat in der Deutschen Schule Athen im Stadtteil Maroussi ihre erste Station in Griechenland und will von dort aus weiter auf Wanderschaft gehen, eine erste Anfrage aus Thessaloniki liegt bereits vor. An der Eröffnung sprachen Dr. Ernst Reichel, Botschafter der Bundesregpublik Deutschland und Dr. Martina Herrmann, Gesandte der Österreichischen Botschaft in Griechenland, Grußworte und dankten der Landeszentrale und der Deutschen Schule Athen  (DSA) für das Erinnerungsprojekt zu Renato Mordo. Kurator Torsten Israel führte in die Ausstellung ein.

Hendrik Hering, Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz, wies bei der Eröffnung daraufhin, dass Renato Mordos Theaterstück „Chaidari“ mit dem hoffnungsvollen Satz endet:

„›Die Freiheit werden wir wahren, heute und morgen und in aller Zeit‹ -Diese Ausstellung bietet zahlreiche Möglichkeiten für neue Ansätze in der Gedenkarbeit und Demokratiebildung gerade für junge Menschen. An der Schwelle zu einer Zeit ohne Zeitzeugen gewinnen künstlerische Ausdrucksformen wie das Theater, die einen emotionalen Zugang zur Vergangenheit eröffnen, zunehmend an Bedeutung. Ich danke der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz für ihre Initiative.“

Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, stellte fest:

„Erst durch Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen wie diese zu Renato Mordo, wird einem größeren Publikum bekannt, welche verheerenden Folgen die Besatzung Griechenlands 1941 bis 1945 für die griechische Bevölkerung und das Land hatte. Es ist in Deutschland bislang immer noch weitgehend unbekannt, dass Griechenland die höchsten Opferzahlen aller nicht-slawischen Länder zu beklagen hatte, die von Hitlers Wehrmacht unterworfen worden waren.“

Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, war vom hohen Niveau des Gesprächs mit den Schülerinnen und Schülern der DSA vor der Eröffnung begeistert:

„In unserem Gespräch standen die Erfahrungen im Mittelpunkt, die die Jugendlichen der DSA bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk von Renato Mordo gemacht haben. Die Kenntnisse, die sie dabei erworben haben, zeigten ihnen wie wichtig es ist, dass junge Menschen das Erinnern an Geschichte pflegen. Sein Theaterstück ›Chaidari‹, das Renato Mordo erfolgreich in Athen im Oktober 1944 uraufführte, gilt es in Deutschland zu entdecken und auch in Griechenland wieder neu ins Gedächtnis zu rufen.“

Höhepunkt des am 6. November in der DSA durchgeführten Thementages war eine szenische Lesung von Auszügen des Theaterstücks durch Schülerinnen und Schüler unter der Regie des Theaterregisseurs Martin Scharnhorst. Vorgestellt wurden auch das gemeinsame Übersetzungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Ionischen Universität Korfu, das die griechischen Ausstellungstexte geschaffen hatte. Prof. Dr. Nicolas Apostolopoulos stellte das Projekt „ Memories of he Occupation in Greece“ vor, das seit 2016 an der FU Berlin besteht. Torsten Israel referierte über „Renato Mordo und die Emigration deutschsprachiger Künstler und Intellektueller 1933 bis 1945 in Griechenland“. Uwe Bader von der Landeszentrale stellte die Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz und ihre internationalen Projekte vor und Bettina Münch-Rosenthal von der ADD Rheinland-Pfalz berichtete über den Stand der deutsch-griechischen Gedenkarbeit an Schulen in Rheinland-Pfalz.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. November in der Deutschen Schule zu sehen: Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme (dsathen.gr)



Renato Mordo – Ausstellung im Abgeordnetenhaus des Landtags bis zum 29. Oktober in Mainz

Die Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich. Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ hat nach ihrer Präsentation in der Gedenkstätte KZ Osthofen nun in Mainz ihre zweite Station. Sie wurde am 23. September vom Schirmherrn der Ausstellung, Landtagspräsident Hendrik Hering, und dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Bernhard Kukatzki, eröffnet. Wie schon in Osthofen vor einem Jahr nahm die griechische Generalkonsulin in Frankfurt am Main, Ioanna Kriebardi, auch an dieser Eröffnung teil. Die Ausstellung ist bis 29. Oktober 2021 im Foyer des Mainzer Abgeordnetenhauses (Kaiser-Friedrich-Straße 3) zu sehen.

Die Ausstellung zeigt Stationen im Leben des Theater- und Opernregisseurs Renato Mordo. Der 1894 in Wien geborene Regisseur und Theaterleiter, der in den Zwischenkriegszeit u.a. in Darmstadt und Worms wirkte, war einer der produktivsten und vielseitigsten Theaterkünstler der Weimarer Republik. Schon länger antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt, wurde Renato Mordo durch den nationalsozialistischen Terror ins Exil getrieben. In Prag und vor allem in Athen konnte er an seine künstlerischen Erfolge anknüpfen. In Athen war er Mitgründer der Griechischen Nationaloper in Athen und förderte die junge Opernsängerin Maria Callas. Während der deutschen Besetzung Griechenlands 1944 ins KZ Chaidari verschleppt, überlebte er nur aufgrund glücklicher Umstände. Nach weiteren Engagements in Ankara und Tel Aviv kehrte Renato Mordo 1952 als Oberspielleiter der Mainzer Oper nach Deutschland zurück. Sein  vorzeitiger Tod riss ihn dort 1955 mitten aus der Probenarbeit.

Bernhard Kukatzki sagte bei der Eröffnung u.a. : „Als wir 2019 lange vor der Pandemie den Entschluss fassten, an den zu Unrecht ins Vergessen geratenen Theater- und Opernregisseur Renato Mordo zu erinnern, war uns in der Landeszentrale für politische Bildung klar, dass diese Ausstellung unbedingt auch in der Landeshauptstadt Mainz gezeigt werden muss. Renato Mordo emigrierte nach seinen erfolgreichen Jahren in der Weimarer Republik in Oldenburg und Darmstadt infolge der steigenden Anfeindungen von den Nazis gegen Juden zuerst in die Tschechoslowakei. 1939 flüchtete er 1939 nach Griechenland, wo er 1944 nur durch glückliche Umstände das KZ Chaidari überlebte. Nach Stationen in der Türkei und in Israel kam er dann letztlich 1952 doch zurück nach Deutschland und war bis zu seinem Tod Direktor der Oper in Mainz.

Somit ist ein starker regionaler Bezug zu uns hier gegeben. Es war sehr bitter, dass der noch in voller Schaffenskraft tätige Renato Mordo nach nur drei Jahren durch eine plötzliche, schwere Krankheit mitten aus dem Leben und seinem erfolgreichen Wirken gerissen wurde. Gerade in Mainz ist an ihn zu erinnern und es wäre schön, wenn unsere gemeinsame Ausstellung dazu führen würde, wenn man ihm theater- und stadtgeschichtlich wieder mehr Beachtung schenken würde. Sollte man in Mainz für die Benennung einer Straße oder eines kulturellen Ortes nach einem geeigneten Namen suchen, erscheint uns Renato Mordo als besonders geeignet.“

Bilder : © Landtag Rheinland-Pfalz, Foto: A. Linsenmann.

Link zum Landtag:
https://www.landtag.rlp.de/de/aktuelles/detail/news/detail/News/renato-mordo-eine-geschichte-von-verfolgung-und-widerstand-1/-/-/

Link zu Video:
https://www.youtube.com/watch?v=2d6JnkmPcx8


Rückblick auf die Szenische Lesung „Chaidari“ vom 11. Juli in Osthofen

Nach Monaten der pandemiebedingten Schließung konnte die Gedenkstätte KZ Osthofen am Sonntag, den 11. Juli 2021 endlich mal wieder Publikum in höherer Zahl empfangen, wenn auch nur mit großen Abständen und unter freiem Himmel.

Die Veranstaltung wurde von der Landeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.V. durchgeführt, unterstützt wurde die Lesung vom Landtag Rheinland-Pfalz und der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur.

Zur Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich – ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme“ wurde eine Szenischen Lesung veranstaltet. Henning Kohne vom Pfalztheater Kaiserslautern las aus dem zweifellos wichtigsten (Selbst)Zeugnis Renato Mordos, aus seinem Stück über das Konzentrationslager „Chaidari“. Der Kurator der Ausstellung, Torsten Israel, führte in die Lesung ein und erläuterte die historischen Hintergründe.

Das Theaterstück „Chaidari“ von Renato Mordo gibt tiefe Einblicke in die deutsche Besatzung Griechenlands 1941-1944. Das bislang unveröffentlichte Werk, das die Grausamkeit des nationalsozialistischen Unterdrückungsapparates, aber auch die Unbeugsamkeit der Gefangenen in singulärer Weise verdeutlicht, geht auf seinen persönlichen Leidensweg als Häftling zurück. Weitere Informationen über Renato Mordo können Sie auf dieser Webseite entnehmen.

Bei der Lesung konnten auch die ersten druckfrischen Exemplare des von der Landeszentrale und dem Landtag ermöglichten Buches von Torsten Israel (Hg.): Renato Mordo – Chaidari. Szenen aus Hitlers Konzentrationslager in Griechenland angeboten werden, das beim LLUX-Verlag in Ludwigshafen bestellt werden kann unter buecher.llux.de . Die Ausstellung zu Renato Mordo ist noch bis zum 28. Juli in der Gedenkstätte KZ Osthofen zu sehen.

Fotos: LpB / NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz